Staatsanwaltschaft Lüneburg

Verlust von Respekt gegenüber der Polizei und Justiz

Vor geraumer Zeit wurden Polizeibeamte in der Celler Innenstadt zufällig Zeugen einer Auseinandersetzung zwischen drei Männern, die sie sogleich unterbanden. Einer der Beteiligten widersetzte sich den polizeilichen Maßnahmen, stieß Beleidigungen aus und verursachte bei einem der Beamten eine Fingergelenkverletzung. Dabei blieb es jedoch nicht...

Seit Jahren ist ein Verlust von Respekt gegenüber der Polizei und Justiz zu beobachten

Nach polizeilicher Anzeigenaufnahme kam der mutmaßliche Täter, ein 22jähriger Mann aus Celle, zunächst auf freien Fuß. Bereits am selben Nachmittag wurde er bei einem räuberischen Diebstahl auf frischer Tat betroffen. Er wurde festgenommen und die Staatsanwaltschaft beantragte den Erlass eines Haftbefehls.

Täter schlägt Richter ins Gesicht

Nachdem der zuständige Richter diesen Haftbefehl erlassen und dem Beschuldigten bei seiner Vorführung am 18.01.2017 im Amtsgericht Celle verkündet hatte, sprang dieser unvermittelt auf und schlug dem Richter mehrfach ins Gesicht. Im Gerichtssaal anwesende Polizeibeamte schritten sofort ein, konnten die Tätlichkeit jedoch nicht verhindern; ihnen gelang es aber, den Beschuldigten zu Boden zu bringen und die abermalige Gewalttätigkeit zu beenden.

Täter verletzt Polizeibeamten

Sowohl der verletzte Polizeibeamte als auch der Richter mussten sich in ärztliche Behandlung begeben. Der Polizeibeamte ist bis auf weiteres dienstunfähig. Gerhard Berger, der Leitende Oberstaatsanwalt in Lüneburg, hofft, dass beide möglichst rasch gesunden und sagte: „Die Taten dürften ein weiterer trauriger Beleg sein für den in weiten Täterkreisen seit Jahren zu beobachtenden Verlust von Respekt gegenüber der Polizei und Justiz."

Eine Mitteilung der Staatsanwaltschaft Lüneburg
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Information zum Beitag Dieses Urteil wurde am 27. Januar 2017 eingetragen und wurde 7068 mal gelesen

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