Landgericht Köln, Urteil vom 24.02.2017 - 1 S 32/15

Mietwohnung - Duschen im Stehen kann eine vertragswidrige Nutzung darstellen

Nutzt ein Mieter das Badezimmer vertragswidrig, kann er wegen Schimmels den Mietzins nicht mindern. Im vorliegenden Fall hat das Duschen im Stehen eine vertragswidrige Nutzung dargestellt, da die Badewanne nur halbhoch gefliest war und mit jedem Duschen Spritzwasser in die ungefliesten Wandanteile eindrungen ist.

Der Sachverhalt

Das Amtsgericht hatte den Vermieter verurteilt, den im Badezimmer vorhandenen Schwarzschimmel im Wandbereich durch geeignete bauliche Maßnahmen zu beseitigen und außerdem festgestellt, dass die Mieter zur Minderung der Miete wegen des  Schimmels in Höhe von 10 % berechtigt seien.

Die gegen dieses Urteil gerichtete zulässige Berufung des Vermieters, mit der sie ihren erstinstanzlichen Klageabweisungsantrag weiterverfolgt, hat in der Sache Erfolg.

Die Entscheidung

Aufgrund des eingeholten Gutachtens eines Sachverständigen stand für das Gericht fest, dass für die Entstehung des Schimmels bauseitige Ursachen ausscheiden, sondern dass der Schimmelbefall allein auf der Art der Nutzung des Badezimmers durch die Mieter beruhe.

Diese Art der Nutzung stelle sich rechtlich als vertragswidrig dar. Das Badezimmer der Wohnung war und ist nämlich nach seiner Ausstattung - wie offensichtlich ist - nicht für ein stehendes Duschen in der Badewanne geeignet, Die bauliche Ausstattung des Badezimmers über der Badewanne mit ihrem nur bis in halbe Stehhöhe reichenden Fliesenspiegel führt vielmehr zwingend dazu, dass bei jedem Duschen Spritzwasser in die gegen Feuchtigkeitseinflüsse ungeschützte Wandanteile über dem Fliesenspiegel eindringt, mit der weiteren Folge der Schimmelbildung in diesen Bereichen.

Diese Art der Nutzung musste zwangsläufig - und für die Kläger auch ohne weiteres erkennbar - zu einer Beschädigung der Mietsache führen und hat auch zu einer solchen Beschädigung geführt.

Gericht:
Landgericht Köln, Urteil vom 24.02.2017 - 1 S 32/15

LG Köln
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Information zum Beitag Dieses Urteil wurde am 25. März 2017 eingetragen und wurde 19438 mal gelesen

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