Verwaltungsgericht Köln, Urteil vom 02.09.2016 - 19 K 3287/15

Jugendgefährdende Medien - CD von Bushido "Sonny Black"

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hatte im April 2015 entschieden, die CD von Bushido "Sonny Black" in die Liste der jugendgefährdenden Medien aufzunehmen. Bushido hat dagegen Klage erhoben, die das Verwaltungsgericht Köln nun abgewiesen hat.

Der Sachverhalt

Bushido hat zur Begründung vorgetragen, die CD sei nicht jugendgefährdend. Die Verbreitung des Albums über die Webseite, den Twitter-Account und den Youtube-Kanal habe ausschließlich seine Fans erreicht, die mit den Eigenarten des Gangsta- und Battle-Raps vertraut seien.

Diese Fans wüssten, dass es sich bei Sonny Black um die Inszenierung einer Kunstfigur handele.

Die Bundesprüfstelle habe den Kunstgehalt des Werkes nicht genügend ermittelt. Insbesondere habe sie die übrigen am Werk beteiligten Künstler nicht angehört. Sie habe sich auch mit dem Kunstwert nicht ausreichend auseinandergesetzt. Dabei habe sie nicht beachtet, dass sein Gesamtwerk eine umfangreiche Beachtung erfahren habe.

Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln

Das Gericht hat die Indizierungsentscheidung der Bundesprüfstelle bestätigt und ausgeführt, Inhalte der CD seien jugendgefährdend, also geeignet, jedenfalls labile und gefährdungsgeneigte Jugendliche in ihrer Erziehung und Entwicklung zu gefährden.

Denn Gewalt werde als adäquates Mittel der Auseinandersetzung propagiert und Frauen und Homosexuelle würden diskriminiert. Die jugendgefährdende Wirkung bestehe auch, wenn man berücksichtige, dass es sich um die Inszenierung einer Rollenfigur handele.

Der Gesichtspunkt der Kunstfreiheit stehe der Indizierung nicht entgegen. Denn die Interessen des Jugendschutzes seien hier höher zu gewichten als die Kunstfreiheit der Urheber. Dabei sei auch zu beachten, dass das Werk durch die Indizierung nicht vollständig verboten werde, sondern die Indizierung lediglich zur Folge habe, dass es Kindern und Jugendlichen nicht zugänglich gemacht werden dürfe. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

Gericht:
Verwaltungsgericht Köln, Urteil vom 02.09.2016 - 19 K 3287/15

VG Köln, PM
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Information zum Beitag Dieses Urteil wurde am 03. September 2016 eingetragen und wurde 5808 mal gelesen

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