13.01.2009 - Wer bereits plant, seine von ihm bewohnte Immobilie in nächster Zeit zu vermieten, kann die Kosten für angefallene Reparaturen auch dann bei der Steuer geltend machen, wenn er zum Zeitpunkt der Arbeiten noch selbst darin wohnt. Die Kosten für die Reparaturen sind in bestimmten Fällen als vorweggenommene Werbungskosten aus der Vermietung absetzbar - informiert Susanne Dehm von der Quelle Bausparkasse.

Am saarländischen Finanzgericht in Saarbrücken mussten die Richter über folgenden Fall entscheiden: Ein Ehepaar hatte bereits ein Jahr vor dem Bau seines Hauses damit begonnen, seine selbst bewohnte Eigentumswohnung zu renovieren - nach dem Umzug in das neue Heim wollten die Eheleute die alte Wohnung dann sofort vermieten. Bei den Reparaturkosten ging es nicht nur um Kleinigkeiten, es wurden Fenster und Gasbrenner erneuert. Da in solchen Fällen bis dato Reparaturkosten grundsätzlich nicht absetzbar waren, wenn der Steuerzahler zum Zeitpunkt der Renovierung noch selbst in der Wohnung lebte, lehnte das Finanzamt eine Steuer-Rückerstattung ab.

Das Finanzgericht schlug sich jedoch auf die Seite der Steuerzahler. Der Vertrag über den Bau des Eigenheims war bereits vor Beginn der Renovierungsarbeiten abgeschlossen worden, so dass sich nach Ansicht der Richter während der Reparaturarbeiten eine Überlagerung des Einkunftsbereiches Vermietung über die Eigennutzung ergab. Danach ist es unerheblich, dass den Eigentümern die neuen Fenster und der Gasbrenner noch zugute kamen (FG Saarland, Urteil vom 28.8.2008, Az. 1 K 2073/04).
Ähnliche Urteile:

Der Bundesgerichtshof hat erneut eine Renovierungsklausel gekippt, die sich in vielen Formularmietverträgen befindet. Als Folge davon wird die gesamte Schönheitsreparaturklausel hinfällig und betroffene Mieter müssen überhaupt keine Renovierung vornehmen. Urteil lesen

05.03.2007 - Vermieter müssen einem ausgezogenen Mieter für die Durchführung von Schönheitsreparaturen grundsätzlich eine angemessene Nachfrist setzen, bevor sie selbst tätig werden. Über dieses wichtige Urteil des Berliner Kammergerichts (Az. 8 U 38/06) berichtet Verena Tiemann von der Quelle Bausparkasse. Wer hier vorschnell handelt, kann auf seinen Kosten sitzen bleiben. Urteil lesen

Ist in der Wohnung etwas zu reparieren, stellt sich die Frage, wer muss es zahlen. Grundsätzlich hat der Vermieter durch eine Kleinreparaturklausel im Mietvertrag das Recht, die Beseitigung von Bagatellschäden auf den Mieter zu übertragen. Urteil lesen

Der BGH hatte zu entscheiden, ob eine formularmäßige Übertragung der Schönheitsreparaturen im Gewerberaummietrecht wirksam ist, wenn der Mieter danach verpflichtet wäre, die Arbeiten in starren Fristen und unabhängig von dem Erhaltungszustand der Mietsache durchzuführen. Urteil lesen

Werbung
S. Behrens, T. Wachter und weitere
Der neue Kommentar zur Grunderwerbsteuer