Leidet ein Maurer nach langjähriger Tätigkeit unter Sonneneinstrahlung an einer Hautkrebserkrankung, die wahrscheinlich auf die UV-Strahlung während der Tätigkeit zurückzuführen ist, dann muss die gesetzliche Unfallversicherung diesen Schaden wie eine Berufskrankheit anerkennen.

Der Sachverhalt

Der Kläger arbeitete 37 Jahre lang als Maurer und ist mittlerweile Altersrentner. 2009 wurde eine Hautkrebserkrankung (Plattenepithelkarzinom einschließlich aktinischer Keratosen) an Handrücken, Stirn und Kopfhaut, am oberen Brust - und Rückenbereich sowie im Gesicht festgestellt.

Der Unfallversicherungsträger lehnte die Anerkennung einer Berufskrankheit ab, weil die vorliegenden Erkrankungen nicht in der Liste der Berufskrankheiten enthalten seien.

Die Entscheidung des Sozialgerichts Dresden (S 5 U 303/12)

Das Sozialgericht Dresden (Az. S 5 U 303/12) verurteilte die Unfallversicherung zur Anerkennung wie eine Berufskrankheit. Ständig im Freien Beschäftigte sogenannte "Outdoor - Worker" sind in erheblich höherem Maße als die übrige Bevölkerung sonnenbedingter UV-Strahlung ausgesetzt.

Das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, ist signifikant erhöht. Dies ist durch wissenschaftliche Studien belegt. Solange diese neuen Erkenntnisse noch nicht zu einer Aufnahme in die Liste der Berufskrankheiten geführt hat, ist die Erkrankung wie eine Berufskrankheit anzuerkennen, wenn sie auf die ausgeübte Tätigkeit zurückzuführen ist.

Gericht:
Sozialgericht Dresden, Gerichtsbescheid vom 30.12.2014 - S 5 U 303/12

SG Dresden
Rechtsindex - Recht & Urteile
Ähnliche Urteile:

Unfallversicherungsschutz besteht grundsätzlich auch auf dem Weg zur Essensaufnahme, die der Erhaltung der Arbeitskraft dient. Die Einnahme des Mittagsessens ist auch neben dem Besuch der Freundin ein zumindest gleichwertiger Grund und damit ursächlich für das Zurücklegen des Weges. Urteil lesen

Unfallversicherung - Wenn bei einem Zeltlager Spiel- und Spaßaktivitäten wie Nachtwanderungen und Lagerfeuer im Vordergrund stehen, handelt es sich um keine Ausbildungsveranstaltung sondern um eine reine Freizeitveranstaltung die nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung steht. Urteil lesen

Versicherungsschutz - Wer als Radfahrer auf dem Heimweg von der Arbeit einem Autofahrer den Weg versperrt, um ihn wegen eines vermeintlichen Verkehrsverstoßes zur Rede zu stellen, verliert den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Urteil lesen

Invalidität - Wird jemand auf Grund eines Unfalls invalide, hat er dies binnen 15 Monaten bei der Versicherung geltend zu machen, sonst verliert er seinen Anspruch auf Zahlung. Urteil lesen

Werbung
Datenschutz Management System