Amtsgericht Osnabrück

Hund im Wald ausgesetzt - Tierhalter zu 800 Euro Geldstrafe verurteilt

Das Amtsgericht Osnabrück hat zwei Tierhalter wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz jeweils zu einer Geldstrafe von 800 bzw. 600 € verurteilt. Die beiden hatten die Mischlingshündin "Charlotte" in einem Wald ausgesetzt und dazu an einen Baum gebunden, so dass der Hund sich weder hinlegen noch Wasser aufnehmen konnte.

Den Tierhaltern vorgeworfen worden, in einem Waldstück in Osnabrück-Atter die Mischlingshündin "Charlotte" ausgesetzt zu haben. Dazu banden sie die völlig verängstigte Hündin mit einem Kettenhalsband mit einer Würgevorrichtung hoch an einem Baum an, so dass sie sich weder hinlegen noch Wasser aufnehmen konnte. Die hungrige und durstige Hündin musste mindestens eine Stunde leiden. Sie erlitt erhebliche Schmerzen und ist durch das Aussetzen noch immer traumatisiert.

Das Kettenhalsband zog sich bei zu viel Bewegung selbst zu, so dass die Gefahr bestand, dass sich das Tier selbst stranguliet. Aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung war das Tier entdeckt worden. Mitarbeiter des Tierheimes und der Feuerwehr befreiten die Hündin und kümmerten sich um sie.

Aufgrund der Berichterstattung in der Neuen Osnabrücker Zeitung, bei der auch ein Foto des Tieres veröffentlicht wurde, meldeten sich Zeugen. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Durch verschiedene Ermittlungsmaßnahmen ist es dann gelungen, die beiden Tierhalter zu ermitteln. Dabei handelte es sich um ein Paar im Alter von 38 und 33 Jahren. Sie haben die Tat zugegeben und als Begründung angeführt, sie seien mit der Haltung des Hundes überfordert gewesen. Medienberichten zufolge wollte das Paar in den Urlaub fahren und haben "Charlotte" deshalb im Wald ausgesetzt.

Das Amtsgericht Osnabrück hat das Paar wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz jeweils zu einer Geldstrafe von 800 bzw. 600 € verurteilt. Das Tier konnte inzwischen vermittelt werden und hat jetzt alles, was es braucht.

Rechtsindex - Recht & Urteile

Beitrag teilen:

Information zum Beitag Dieses Urteil wurde am 27. Februar 2016 eingetragen und wurde 6291 mal gelesen

Neue Urteile

23.07.2016 - Kita-Streik - Muss trotzdem der volle Kita-Beitrag bezahlt werden?

Müssen Eltern, deren Kinder eine Kindertagesstätte besuchen, auch dann den vollen Kita-Beitrag zahlen, wenn durch einen Streik die Kita vorübergehend geschlossen bleibt? Über diese Frage hat das Verwaltungsgericht Neustadt entschieden.
Urteil lesen

23.07.2016 - Stress in der S-Bahn: Beleidigung, Körperverletzung und Sachbeschädigung

Ein 39-Jähriger beleidigte in der S-Bahn zwei junge Frauen, indem er sie als Schlampen bezeichnete und fortwährend belästigte. Ein Fahrgast mischte sich ein und es kam zum laustarken Streit. Der 39-Jährige schlug um sich und trat aus Wut eine Trennscheibe ein. Das Amtsgericht München hat den Mann nun verurteilt.
Urteil lesen

21.07.2016 - Fetisch vs. Tierschutz - Hundekot für den Eigenbedarf

Bei Tierschutzrechtlichen Kontrollen wurden in den Räumen des Klägers massive Verschmutzungen durch Hundekot und - urin festgestellt, u.a wurde der Hundekot in Plastiktüten, Eimern und Badewannen gesammelt. Der Kläger brachte vor, er benötige den von ihm gesammelten Hundekot als Fetisch zur sexuellen Stimulation.
Urteil lesen

17.07.2016 - Urteil: Wer hat das Sagen - Jobcenter oder Sozialgericht?

Im nachfolgenden Klageverfahren lehnte es das Jobcenter gegenüber dem Sozialgericht ab zu erläutern, weshalb es ungeachtet der Vorlage von Einkommensnachweisen zunächst nur vorläufig Leistungen bewilligt hatte und verwies darauf, diesbezügliche gerichtliche Fragen seien "nicht entscheidungserheblich".
Urteil lesen

17.07.2016 - Beamter erkrankt durch Tonerstaub auf den Schriftstücken - Anerkennung als Dienstunfall?

Ein Finanzbeamter machte geltend, durch Tonerstaub aus Laserdruckern an einer Kontaktdermatitis erkrankt zu sein. Der Tonerstaub befinde sich sowohl in der Raumluft der Finanzämter als auch auf den dort zu bearbeitenden Schriftstücken. Die Oberfinanzdirektion lehnte eine Aner­kennung der Erkrankung als Dienstunfall ab. Zu Recht?
Urteil lesen

17.07.2016 - Ersatzkauf wegen fehlenden Reisegepäcks: Muss Reiseveranstalter zahlen?

Sommerzeit ist Ferienzeit - das bedeutet nicht nur Entspannung und Erholung, sondern oftmals auch Stress. Selbst bei Pauschalreisen kann schließlich so einiges schiefgehen, z. B. wenn man am Urlaubsort plötzlich ohne Gepäck dasteht und deswegen Ersatzkäufe tätigen muss.
Urteil lesen