Anwalt Suchservice
Sorgerecht: Sexuelle Neigung nicht maßgebend
Wie der Anwalt-Suchservice (Service-Rufnummer: 0900 – 10 20 80 9/ 1,99 €/ Min.) berichtet, hatte ein getrennt lebendes Ehepaar gerichtlich um das jeweils alleinige Sorgerecht für seine vierjährigen Zwillinge gestritten. Der Mann diffamierte dabei seine Noch-Ehefrau wegen ihrer sexuellen Vorlieben für Sado-Masomachismus. Die perversen Neigungen der Kindsmutter „beeinträchtigten das Schamgefühl der Zwillinge und sexualisierten sie unangemessen“, so der Mann. Seine Frau sei daher in ihrer Erziehungsfähigkeit eingeschränkt, und das Sorgerecht müsse allein ihm zugesprochen werden.
Doch das sahen die Richter am OLG Hamm ganz anders (Beschl. v. 1.2.2006 – 10 UF 147/04):
Die sexuelle Neigung eines Elternteils zum Sado-Masochismus sei Privatsache und führe für sich alleine genommen noch nicht zu einer Disqualifikation als Sorgerechtsinhaber, so der Beschluss. Dafür müsste sich der Lebenswandel des Erziehungsberechtigten vielmehr konkret auf das Kindeswohl auswirken. Doch das habe man im vorliegenden Fall nicht feststellen können, so die Richter. Denn die Frau habe ihr Sexualleben vom Lebensraum ihrer Kinder klar getrennt. Zu diesem Ergebnis sei das Jugendamt gekommen, das wiederholt unangemeldete Hausbesuche bei der Mutter und ihrem neuen Freund unternommen habe. Dabei habe die Behörde keinerlei Hinweise auf eine „sexualisierte Umgebung“ finden können. Die Kindeseltern müssten sich trotz der bestehenden Konflikte auch in Zukunft das Sorgerecht für die Zwillinge teilen, so das Gericht.
Quelle: www.anwalt-suchservice.de (Größte Anwaltsdatenbank im deutschsprachigen Raum. Über 120.000 Adressen.)
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