Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 02.03.2006 - 2a ZR 53/05

Wer krankgeschrieben ist, darf nicht in den Skiurlaub

Wenn jemand während seiner Krankschreibung in den Skiurlaub fährt, riskiert er seinen Job, warnt die Deutsche Anwaltauskunft. Das Bundesarbeitsgericht stellt in seinem Urteil vom 2. März 2006 (AZ: 2a ZR 53/05) fest, dass der Arbeitgeber in diesem Fall zur fristlosen Kündigung berechtigt ist.

Ein Arbeitnehmer, der als ärztlicher Gutachter für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen bei einem medizinischen Dienst der Krankenkassen beschäftigt war, wurde wegen Hirnhautentzündung krankgeschrieben. Trotzdem fuhr er in die Schweiz zum Ski fahren und brach sich während des Skikurses das Schien- und Wadenbein. Sein Arbeitgeber kündigte ihm daraufhin fristlos, der Arbeitnehmer klagte dagegen.

Das Gericht hat die Klage abgewiesen. Der Kläger hätte sich so verhalten müssen, dass er möglichst schnell wieder gesund werden würde. Während seiner Erkrankung litt er nach eigenen Angaben an Konzentrationsstörungen – Sport erfordere aber eine gute Fitness und Konzentrationsfähigkeit. Es war offensichtlich, dass er nicht hätte Ski fahren dürfen. Außerdem habe er als Gutachter für Fragen der Arbeitsunfähigkeit eine Vorbildfunktion. Da er seine arbeitsvertraglichen Pflichten im hohen Maße verletzt habe, sei der Arbeitgeber zur fristlosen Kündigung auch ohne vorherige Abmahnung berechtigt.

Wer Probleme mit seinem Arbeitgeber hat, kann sich bei der Deutschen Anwaltauskunft über die bundesweit einheitliche Rufnummer 0 18 05/18 18 05 (14 Cent pro Minute) arbeitsrechtlich spezialisierte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte benennen lassen oder selbst im Internet unter www.anwaltauskunft.de suchen

Beitrag teilen:

Information zum Beitag Dieses Urteil wurde am 24. Dezember 2007 eingetragen und wurde 4557 mal gelesen

Neue Urteile

02.01.2018 - Zufahrt zum Mietshaus gesperrt - Mietminderung möglich?

Nicht alle Grundstücke sind gleichermaßen gut zugänglich. Viele Anwohner können also nicht bequem mit ihrem Auto bis vor die Haustür fahren, sondern müssen erst noch einige - zig - Meter einen Weg entlanglaufen, bis sie an ihr Ziel kommen. Das ist vor allem dann ärgerlich, wenn die betreffende Person nicht gut zu Fuß ist oder schwere Einkäufe ins Haus bringen möchte.
Urteil lesen

27.12.2017 - Harndrang: Bürger verlangt Aufstellung öffentlicher Toiletten

Ein Mann wollte die Stadt Essen verpflichten, auf den öffentlichen Plätzen im Stadtgebiet öffentliche, kostenfrei benutzbare Toiletten zu schaffen und kostenfreien Zugang zu vorhandenen Toiletten zu ermöglichen. Übergangsweise verlangte er im Eilverfahren die Aufstellung von Dixi-Toiletten.
Urteil lesen

16.12.2017 - Mieter schlägt Freundin und beleidigt massiv Nachbarn

Im vorliegenden Fall hat ein Mieter seine Freundin geschlagen, die sodann aus der Wohnung flüchtete und beim Nachbarn Schutz suchte. Dieser wurde mit den übelsten Worten beschimpft. Werden Nachbarn derart massiv beleidigt und bedroht, darf der Vermieter ohne Abmahnung fristlos kündigen, so das Amtsgericht München.
Urteil lesen

15.12.2017 - Großeltern verlangen unbegleiteten Umgang mit dem Enkelkind

Großeltern haben nur dann ein Umgangsrecht, wenn dies dem Wohl des Kindes dient. Etwas Anderes kann gelten, wenn das Kind aufgrund der Zerrüttung des persönlichen Verhältnisses zwischen den Großeltern und den Eltern in einen Loyalitätskonflikt geraten kann.
Urteil lesen

15.12.2017 - Wenn die Mutter sich nicht an die Umgangsvereinbarung hält...

Verbleiben die Kinder nach einer Trennung im Haushalt des einen Partners, hat der andere Partner grundsätzlich ein Umgangsrecht. Zur genauen Ausgestaltung kann eine sogenannte Umgangsvereinbarung geschlossen werden. Leider zeigt die familiengerichtliche Praxis, dass solche Vereinbarungen nicht immer eingehalten werden. Dann kann es auch teuer werden...
Urteil lesen

14.12.2017 - Juristisches Neuland - Gericht sieht Deutsche Umwelthilfe e.V. für nicht klagebefugt

Das Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht hat entschieden, dass die Deutsche Umwelthilfe e.V. für Klagen gegen Typgenehmigungen für Kraftfahrzeuge nicht klagebefugt ist. Die erforderliche Befugnis lässt sich nach Ansicht des Gerichts weder aus dem Umweltrechtsbehelfsgesetz noch aus dem einschlägigen Europa- bzw. Völkerrecht herleiten.
Urteil lesen